Rolf Spectacles: Nachhaltigkeit schafft Mehrwert

Veröffentlichungsdatum: 
03.07.2020
Autor:
Angelika Miller
Brillen und Schleifmaterial in Trommel
Die neue Substance-Kollektion enthält 23 Fassungsmodelle in sechs Farben.
© Rolf Spectacles

Für das Angebot an nachhaltig produzierten Brillen gibt es in der Augenoptik noch Luft nach oben, sagen Roland und Bernhard Wolf von Rolf Spectacles. Ganz anders beim österreichischen Brillenbrand, bei dem die ökologische Orientierung zum Fundament der Unternehmensphilosophie gehört. Zukünftig erweitern nun im 3D-Druck hergestellte Fassungen auf Pflanzenbasis ihr Portfolio.

International bekannt wurde das Brand Rolf Spectacles mit qualitativ hochwertigen Holzbrillen. In der eigenen Manufaktur in Weißenbach in den Tiroler Alpen fertigen sie darüber hinaus Fassungen aus Titan, Stein, Horn und seit jüngstem auch Brillen aus einem Rohstoff auf Pflanzenbasis. Fest verwurzelt mit ihrer Heimat und Herkunft, leben sie Marke und Unternehmen im Bewusstsein, dass jede von ihnen produzierte Brille Teil eines geschlossenen Kreislaufs ist: Der umfasst den Produktionsstandort, ihren Fokus auf nachhaltige Werkstoffe und ein Design, das ihre Liebe zur Natur mit zeitloser Ästhetik und innovativen Technologien verbindet. Dies sei der Mehrwert, den sie jeder Brille mitgeben, sagt Roland Wolf. „Nachhaltigkeit beginnt für uns bei der regionalen Produktion. Wir forschen, entwickeln und produzieren hier vor Ort. Unsere wenigen Lieferanten wählen wir sehr gezielt aus, beachten die Kürze der Lieferwege. Durch die Krise der vergangenen Monate wird sich das Bewusstsein der Menschen verändern, wird ihnen der Zusammenhang klarer, dass regionale Produkte eben auch regionale Arbeitsplätze schaffen.”

Brillen aus Castorbohnen

Seit der Gründung 2009 setzt das Unternehmen auf ein ökologisch ausgerichtetes, innovatives Denken und Handeln. Ihren Grundprinzipien folgend, entwickelte die Tiroler Brillenschmiede die neue Kollektion aus einem nachhaltigen Kunststoff. Gefördert durch das Interreg-Programm, eine Gemeinschaftsinitiative des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung, konnten sie in Kooperation mit Fachhochschulen und Spezialfirmen verschiedene Ideen testen. „Ein Kunststoff auf Basis von Holz oder Horn befindet sich derzeit in der Entwicklungsphase. Im Zuge dieser Projekte wurde auch der aus dem Wunderbaum gewonnene Rohstoff für die Fassungsproduktion geprüft, zu dessen besonderen Eigenschaften neben Natürlichkeit und Hautverträglichkeit die Flexibilität zählt.” Mit Bäumen kennt sich das Rolf-Team bestens aus: „Der Wunderbaum wird in trockenen Gebieten ganz ohne Gentechnik angebaut, konkurriert nicht mit Nahrungsmittelpflanzen und wächst enorm schnell nach: Während Fichten oder Buchen nur um wenige Zentimeter im Jahr größer werden, schafft der Wunderbaum sechs Meter in nur vier Monaten und treibt jedes Jahr neu aus“, erklärt Roland Wolf. Seine Samen, auch Castorbohnen genannt, seien in Verbindung mit der richtigen Technologie ein nachhaltiges, innovatives Material für die Brillenproduktion, finden die Österreicher.

Brille Substance
 Modell der Substance-Kollektion © Rolf Spectacles

„Wir konstruieren unsere Brillen für die jeweilige Technologie. Den 3D-Druck setzen wir nur unter der Voraussetzung ein, dass die Vorteile dieser Technologie auch genutzt werden.” Bestes Beispiel sei das für ihre Fassungen typische schraubenlose Flexlock-Gelenk, das sich mittels 3D-Technologie einfach mitdrucken lässt. Ihre Forschung teste jede neue Entwicklung bis ins Detail, erklären die Tiroler und betonen Belastbarkeit und Dauerhaftigkeit der Materialqualität. „Wir haben ein Gummi im Gelenk eingeführt, das die auf die Fassung einwirkenden Kräfte bei Schlägen und Überbelastung minimiert."Dank der 3D-Technologie könnten sie die neue Kollektion in diverse Richtungen ausbauen, sagt Roland Wolf. „Es gibt jetzt schon die ,Substance Mount‘, eine Sonnenbrillenkollektion für den Sportbereich. Die Bandbreite der Möglichkeiten ist groß, wir werden die Kollektion Schritt für Schritt weiterentwickeln, sie aber nicht überladen.” Konzessionen an die Ästhetik brauche man dabei keine zu machen: „Es war für uns immer eine spannende Herausforderung, aus schwierigen Materialien schöne Brillen zu fertigen. Wir glauben, dass uns das auch bei dieser Kollektion wieder gelungen ist.”

Mehr zum Thema Nachhaltigkeit in der augenoptischen Branche finden Sie in der aktuellen Juliausgabe der DOZ.