„Statt Nachwuchs-Sorgen für Nachwuchs sorgen“

Letzte Änderung: 
08.11.2018
Autor:
Daniela Zumpf
Rubrik
Studentin referiert über die Generation Y
Wie man mehr junge Leute für den Beruf Augenoptiker gewinnen kann, verraten die Projektbeteiligten auf dem Trendforum am 5.11.18
© Detlev Schilke / Spectaris

Warum gibt es nicht genug Fachkräfte in der Augenoptik? Und wie können junge Menschen für den Beruf begeistert werden? Diesen Fragen gingen Studenten der International School of Management (ISM) und der University of Applied Sciences Europe (BiTS) aus Hamburg auf Anregung des Industrie­verbands Spectaris auf den Grund. Fünf Monate beschäftigten sie sich mit dem Thema „Statt Nachwuchs-Sorgen für Nachwuchs sorgen: Generation eYe – so begeistern wir die Generation Y wieder für den Optiker-Beruf“. Trotz des bemüht hip formulierten Titels ein dringend nötiges Projekt, dessen Ideen und Lösungsvorschläge am 5. November beim Spectaris Trendforum in Berlin vorgestellt werden. Die DOZ sprach im Vorfeld mit den Projektbeteiligten.

Die „Generation Y“ – im Zeitraum der späten 1980er bis frühen 2000er Jahre geboren, gut ausgebildet und von Beginn an den Umgang mit Internet und Handy gewohnt – gehört zu den Arbeitskräften, die Unternehmen stark umwerben. „Wie kann die augenoptische Branche diese Generation von sich überzeugen?“ fragte sich die Studentengruppe von ISM und BiTS, die die Attraktivität des Berufes untersuchte. „Das Interessante daran ist, dass die Studenten selber in einem Alter sind, in dem sie eine Ausbildung zum Augenoptiker hätten beginnen können“, erklärt Dominic Scheppelmann. Der Projektbetreuer und Geschäftsführer der Hamburger Agentur „2do digital“ unterstützte die 17 Studenten der Wirtschaftspsychologie und des Internationalen Managements während der fünfmonatigen Branchenrecherche und stellte fest: „Mit ihren 18 bis 23 Jahren können sie die für das Projekt interessante Zielgruppe gut einschätzen und wissen, wie sie tickt!“

„Wir kamen zur Erkenntnis, dass wir outside the box denken mussten. Das war eine echte Herausforderung!“

Und wie tickt sie nun, diese Zielgruppe? Um ihr implizites Wissen zu präzisieren, gingen die Studenten zum Beispiel auf die Straße und umschrieben Passanten den Beruf Augenoptiker, ohne ihn zu nennen: „Ich sorge dafür, dass die Menschen schöner aussehen und ich arbeite mit Technik.“ Viele der Befragten kamen allerdings trotz weiterer Tipps nicht auf den Beruf Augenoptiker. „Das hat mich echt schockiert, dass die Ausbildung so unbekannt ist“, berichtet Studentin Clara Hagel. Und das, obwohl er vielseitig ist und ein hohes Maß an Selbstverwirklichung ermöglicht. Doch im Bewusstsein der breiten Öffentlichkeit sind diese Vorzüge kaum präsent; offenbar haben die bisherigen Branchen-Maßnahmen des konventionellen Marketings nicht die gewünschten Ergebnisse gebracht. „Wir kamen zu der Erkenntnis, dass wir „outside the box“ denken mussten“, erklärt Hagels Kommilitone Tobias Deppermann. „und das war eine echte Herausforderung“.

„Am Ende haben die Studenten eine Lösung gefunden, die ein bisschen anders und ungewöhnlich ist und deswegen auch gut funktionieren wird“, versichert Dominic Scheppelmann. Mehr dürften er und die Studenten im Vorfeld des Trendforums nicht verraten. Dieses wurde als Bühne für die Präsentation gewählt, „weil das Thema Fachkräftemangel auch Spectaris unter den Nägeln brennt“, wie
Peter Frankenstein versichert, der Leiter des Fachverbandes Consumer Optics beim Industrieverband. Am 5. November werden wir es dann genauer wissen und online unter www.doz-verlag.de sowie in der Dezember-Ausgabe darüber berichten.