Corona: Situation in Österreich und der Schweiz

Letzte Änderung: 
22.03.2020
Autor:
Ann-Katrin Zellner
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Flaggen Öterreich Schweiz
Die Corona-Fälle nehmen in den Nachbarländern teils drastisch zu - Österreich verlängert die Ausgangssperre.
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In Österreich, gerade in Tirol, hat sich die Situation deutlich verschärft. Bundeskanzler Sebastian Kurz hat bei einer Pressekonferenz am Morgen (20.03.2020 um 11 Uhr) die Ausgangsperre für ganz Österreich bis zum 13. April 2020 verlängert, um das Virus einzudämmen. Offiziellen Zahlen zufolge sind es in Österreich (Stand 20.03.2020 um 08:00 Uhr) 2.203 bestätigte Fälle und sechs Tote im Zusammenhang mit dem Virus. Die meisten Fälle sind in Tirol aufgetreten, dass sich mit sofortiger Wirkung komplett isoliert hat – alle 279 Gemeinden sind unter Quarantäne, eine Fahrt in den nächsten Ort ist nur erlaubt, wenn es im eigenen Ort kein Arzt, Apotheke, Lebensmittelgeschäft oder Bank gibt.

Die Wirtschaftskammer in Österreich (WKO) hat eine Liste mit Kriterien für die Schließung von Geschäften erstellt (Stand: 19.03.2020 um 20:55 Uhr). Nach deren Interpretation ist die Öffnung von Augenoptikbetrieben zulässig, da sie in die Ausnahme der Gesundheitsdienstleistungen fallen. Bei den Hörakustikern ist eine Notfallversorge zulässig, jedoch kein Kundenverkehr im Geschäftslokal. Einige Augenoptiker haben jedoch geschlossen und sind in dringenden Notfällen über eine bestimmte Nummer oder per Mail erreichbar. Andere haben geöffnet mit verkürzten Öffnungszeiten.

Österreich: Corona-Hilfsfond

Gleichfalls findet sich auf der Homepage der WKO einen Service für Betriebe mit den wichtigsten Informationen eingerichtet. Hier kann der Interessierte die entsprechende Region heraussuchen (bei Linkerstellung Steiermark ausgewählt, Anm. der Red.) und findet unter anderem Informationen zu Themen wie:

Ein Corona-Hilfsfond wurde für die angeschlagene Wirtschaft mittlerweile von vier Milliarden auf bis zu 38 Milliarden erhöht. Die Notfallhilfe für besonders betroffene Branchen wurde auf 15 Mrd. Euro aufgestockt, nebenbei gebe es weitere zehn Mrd. Euro an Steuerstundungen und – Herabsetzungen sowie neun Mrd. Euro für Kreditgarantien und Haftungen. Details sind noch in Ausarbeitung, sie sind für den 23.03.2020 angekündigt. Die Sozialversicherung (SVS) bietet allen Versicherten im Bedarfsfall an, die Beiträge zu stunden oder in Raten zu zahlen. Die vorläufige Beitragsgrundlage wird herabgesetzt und es wird Nachsicht bei den Verzugszinsen gezeigt.

Daneben hat das Austria Wirtschaftsservice (AWS) gemeinsam mit der Österreichischen Hotel- und Tourismusbank (ÖHT) Sofortmaßnahmen entwickelt. Das AWS richtet sich an Ein-Personen-Unternehmen (EPUs) und Kleine bzw. Mittlere Unternehmen (KMUs). "Ziel ist der erleichterte Zugang zu Betriebsmittelkrediten für Unternehmen, die aufgrund der aktuellen Corona-Virus-Krise Umsatz- und Ertragseinbußen erleiden“, erklärt Steuerberater und Unternehmer Klaus Gaedke aus Graz. Für diese Fälle hat das Wirtschaftsservice sogenannte AWS-Garantien eingerichtet. Die AWS bzw. der österreichische Staat übernimmt durch die Hilfe die Garantie an die Bank für die Rückzahlung eines aufgenommenen Kredites. Speziell für familien- und inhabergeführte Hotel- und Tourismusbetriebe hat die Bundesregierung Unterstützungsmaßnahmen angekündigt, wie Gaedke ausführt: „Die Regierung plant, für Betriebe, die besonders stark unter der derzeitigen Krise aufgrund des Corona-Virus leiden, die Haftung für Kredite bis zu 100 Millionen Euro zu übernehmen.“

Schweizer Situation

In der Schweiz sind laut Bundesamt für Gesundheit (BAG) sind (Stand 20.03.2020 um 12 Uhr) 4.176 Fälle bestätigt und 43 Tote gemeldet. Die Schweizer Augenoptiker und Hörgeräteakustiker sollen laut BAG vorerst geöffnet bleiben unter Einhaltung der Hygiene- und Verhaltensregeln. Auch hier haben die Augenoptiker den Betrieb auf Notfallbesetzung umgestellt oder komplett geschlossen.

Das Schweizer Augenoptik-Netzwerk hat einen Newsticker aufgesetzt, wo alle aktuellen Informationen zur Schweizer Situtation gepostet werden. Was die Geschäfte wegen den Schließungen nun machen müssen, um Hilfe zu erhalten und um nicht Konkurs zu gehen, kann der Bundesrat nicht beantworten. "Wir sind mit Hochdruck dran, Lösungen zu finden", sagt die Chefin des Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) Marie Ineichen-Fleisch und verweist auf die Möglichkeit von Kurzarbeit und Bürgschaften. Rund 10 Milliarden Franken stehen als Soforthilfe in der Schweiz zur Verfügung. Der Bundesrat rechnet jedoch damit, dass die Krise schnell überstanden ist. Deshalb setzt er auf vorübergehende Maßnahmen und darauf, Unternehmen in Not schnell und gezielt unter die Arme zu greifen.