Blick: Nachspielzeit positiv aufgenommen

Letzte Änderung: 
14.11.2018
Autor:
Ingo Rütten
Das Bild zeigt Urs Meier
Urs Meier: Entscheider und Entertainer
© AOV NRW

Manchmal sind bei Veranstaltungen die Dinge, die nicht im Programmheft stehen, die besonders wichtigen. Und häufig sind Besucher von Weiterbildungsmaßnahmen und Informationsveranstaltungen ihren Kollegen, die einen trüben Novembersonntag lieber zuhause auf dem Sofa verbringen, im Vorteil. So gesehen dürfen sich die rund 400 Gäste des Landesverbandstages des AOV Nordrhein-Westfalen, die gestern in Dortmund den „Blick 2018“ verfolgten, auf die Schultern klopfen. Denn sie wissen schon, dass sie die Mehrkosten ihrer Kunden (auch) zukünftig an die Krankenkassen zu übermitteln haben und sie konnten diesen Umstand bereits miteinander diskutieren.

Christian Müller, Vizepräsident des Zentralverbandes der Augenoptiker und Optometristen (ZVA), hatte bei seinen Ausführungen gleich zwei bemerkenswerte Nachrichten zu vermitteln, wovon zumindest eine direkte und zumindest zunächst negative Folgen für die Augenoptiker hat. Denn, am 9. November hat das Bundesverfassungsgericht die die unter anderem vom ZVA unterstützte Verfassungsbeschwerde gegen die Dokumentation der Mehrkosten im Zuge des Heil- und Hilfsmittelversorgungsgesetzes abgeschmettert. Neben der Tatsache, dass Augenoptiker alle vier ausgehandelten Verträge mit den Krankenkassen unterzeichnen müssen, um abzurechnen, ist die Dokumentationspflicht nicht nur wegen des immensen bürokratischen Aufwands ein Ärgernis. Doch Müller sieht auch eine Chance darin: „Wenn dabei herauskommt, dass unsere Kunden zu einhundert Prozent eine Entspiegelung für ihre Brillengläser wählen, dann muss das eine Kassenleistung werden.“ Wobei, der Augenoptiker muss die Mehrkosten nicht aufschlüsseln und Gründe dafür nennen, sondern es gilt, einzig den gesamten Zuzahlungsbetrag zu übermitteln. 

Diese derzeitig durch geltendes Recht sicher logische Hoffnung zweifelten dennoch viele der Besucher in der Mittagspause an. Neben der Nachricht, dass am 7. November der Gemeinsame Bundesausschuss seine Arbeit wieder aufgenommen hat (dieser Ausschuss hat das HHVG und vor allen die Richtlinie dazu zu verantworten), waren aber kaum neue Schreckensmeldungen beim Blick zu vernehmen. Thomas Heimbach gewährte einen Blick in die Branche, und der Obermeister des AOV und Moderator der Tagung mahnte und legte die Fakten schonungslos auf den Tisch; wirklich neu war dabei aber nichts. Das aber muss ja auch keine schlechte Nachricht sein. NRW-Finanzminister Lutz Lienenkämper (CDU) hatte in seiner Rede sowohl die Landesregierung aus CDU und FDP als auch das Handwerk und speziell die Augenoptik derart gelobt, dass eine positive Grundstimmung im Saal herrschte. Noch besser wurde die Laune um 11.11., schließlich waren einige Rheinländer trotz des heiklen Datums nach Dortmund gekommen. Der Oppicker, der sonst in der DOZ seine Meinung zum Besten gibt, kam auf die Bühne und unterbracht den Ernst der Lage für einige Minuten  in seiner unnachahmlichen Art.

Launig ging es auch nach der Pause weiter. Urs Meier, ehemaliger FIFA-Schiedsrichter und Gesicht der Werbekampagne in NRW, brachte den Augenoptikern die Wichtigkeit von Entscheidungen näher und gab einen Einblick in das Geschehen auf dem Fußballplatz. Anschließend wurde es dann richtig fachlich; was stimmungsmäßig nicht ganz so faszinierte, war nicht minder interessant. So gab es unter anderem Neuigkeiten zum Thema Blaulicht und zur altersbedingten Makuladegeneration.

Die abschließende Currywurst geleitete die Besucher dann etwas später als geplant zum Ausgang. Doch die Nachspielzeit wurde allgemein positiv aufgenommen, sowohl von den Karnevals- und Faschingsmuffeln als auch von jenen, die eigentlich lieber draußen gefeiert hätten.