Bauhaus trifft Augenoptik

Veröffentlichungsdatum: 
09.04.2019
Autor:
Ann-Katrin Zellner
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Studenten sitzen vor dem Schaufenster von augenoptik Heidenreich
Die drei Studierende, die das Schaufenster von Augenoptik Heidenreich nach Bauhaus-Stil dekorierten.
© Augenoptik Heidenreich

Die Design-, Kunst und Stilrichtung „Bauhaus“ wird in diesem Jahr 100 Jahre alt. Anlässlich des Jubiläums haben Designstudenten der Hochschule Anhalt am Standort in Dessau ihr eigenes Bauhaus-Projekt gestartet: In Anlehnung an die auf Funktionalität orientierte Stilrichtung gestalteten sie in der sachsen-anhalterischen Stadt einige Schaufenster neu. Ein Bauhaus-Schaufenster erhielt dabei das Augenoptikfachgeschäft Heidenreich, das sich vier Wochen lang im neuen Look präsentierte.

Das „Bauhaus“ – Kunst-, Architektur- und Designepoche sowie Bildungsstätte - sei ein Dessauer Markenzeichen, so Augenoptikermeister Manfred Heidenreich von Augenoptik Heidenreich in Dessau. Die Hochschule könne sich „ruhig mehr in der Stadt zeigen“, findet er weiter. Zusammen mit seiner Ehefrau Elisabeth unterstützt er die Zusammenarbeit mit der Hochschule Anhalt seit vielen Jahren und freut sich über die Gestaltung seines Schaufensters unter dem Motto „Bauhaus trifft Heidenreich“. Die gestalterische Aktion war passend zum 100-Jährigen Bestehen des „Bauhauses“ Anfang des Jahres gewählt worden – eine zweite Aktion wird noch in diesem Jahr kommen.

Kooperation mit Theater und Johannesviertel

Schaufensterdekoration
Die charakteristische Farb-Form-Zuordnung
von Wassily Kandinsky findet sich unter
anderem in den gelben
Brillen-Buddys wieder.
©Augenoptik Heidenreich

Doch was steckt hinter dem „Bauhaus“? Mit „Bauhaus“ wird gleichermaßen eine Kunstschule (Staatliches Bauhaus) und eine gestalterische Stilrichtung bezeichnet. Das Bauhaus wurde im Jahr 1919 vom Architekten Walter Gropius zunächst in Weimar gegründet. 1925 erfolgte dann der Umzug nach Dessau in Sachsen-Anhalt, wo die Schule ein Jahr später das von Gropius entworfene Bauhausgebäude bezog. Diese „Hochschule für Kunst, Design und Architektur“ begründete damals den Ruf des Bauhauses als „Ikone der Moderne“. Die 1994 gegründete Stiftung „Bauhaus Dessau“ hat die Aufgabe bekommen, das Erbe und die denkmalgeschützten Gebäude zu bewahren. In ihnen ist heute unter anderem die Hochschule Anhalt mit den gestalterischen und architekturbezogenen Studiengängen untergebracht.

Katja Thoring, Professorin für Integriertes Design an der Hochschule Anhalt, hat mit der Vorlesung „Produktdesign“ eine praxisbezogene Kooperation mit dem Theater und des Johannisviertel mit der namensgebenden Kirche in Dessau aufgebaut. Aus dieser Zusammenarbeit heraus entstand das Projekt, sechs Schaufenster unterschiedlicher Geschäfte in Dessau zu dekorieren – darunter auch das Augenoptikfachgeschäft der Heidenreichs im „Bauhaus“ Stil. Die praktische Umsetzung der Schaufensterdekoration lag in den Händen von insgesamt 18 Studenten im dritten Semester ihres Designstudiums – drei davon entwickelten ihr Konzept für Heidenreich Optik.

Kunden reagierten positiv

So wählten die angehenden Designer die charakteristische Farb-Form-Zuordnung von Wassily Kandinsky als zentrales Element für das Schaufenster des Augenoptikgeschäfts: Folgerichtig bauten sie für die Brillen Regale aus geometrischen Formen. Die Grundfarben Rot, Gelb und Blau wurden mit den Formen Quadrat, Dreieck und Kreis kombiniert, sodass die Brillenfassungen der Firma „Libuda Optic World“ im Schaufenster der Heidenreichs jetzt auf blauen Dreiecken, roten Vierecken und runden gelben sogenannte „Brillen-Buddys“ präsentiert wurden.

„Unsere Kunden reagierten auf unseren Bauhaus-Look unglaublich positiv“, verrät Heidenreich. Daher freue er sich jetzt schon auf die zweite Dekoration im gleichen Stil, welche für September dieses Jahres geplant ist. Dann wird auch das neue „Bauhaus Museum“ eröffnet.