Erstelldatum:  20.07.2017 13:51
Autor: 
Daniela Zumpf

Weiterbildung Grafik von Indeed
Das Jobportal Indeed hat 1.064 deutschen Angestellten zum Thema Weiterbildung befragt.
© Indeed

Für Augenoptiker ist es unumgänglich, sich in einem ohnehin hoch qualifizierten Beruf ständig weiterzuentwickeln und sich stets auf dem neuesten Stand zu halten. Zusätzliches Wissen und zusätzliche Abschlüsse können an Bildungseinrichtungen und in der Industrie erworben werden. Ein Überblick über die unterschiedlichen  Bildungsangebote.

Weiterbildung in der Augenoptik und in anderen Branchen nimmt an Bedeutung immer weiter zu. Es ist ein zentrales Thema, um auch den digitalen Wandel in der Arbeitswelt zu gestalten. Das ergibt eine repräsentative Umfrage im Auftrag der Hans-Böckler-Stiftung. Von insgesamt 9.178 durch die Meinungsforscher vom Institut Civey Befragten sprechen sich 38 Prozent für die verstärkte Beachtung des Themas Weiterbildung aus. Mehr als 16 Prozent der Deutschen sind der Meinung, dass vor allem die globale Perspektive und die Zuwanderung im Zuge der digitalen Transformation verstärkt beachtet werden sollten.

Fortkommen im Job ist demnach gefragt, mehr als 80 Prozent der deutschen Arbeitnehmer haben  Interesse  an beruflicher Weiterbildung. Bei den unter 40-Jährigen liegt der Wert mit mehr als 90 Prozent sogar noch darüber. Mit steigendem Lebensalter sinkt der Wert etwas – bei den Angestellten jenseits der 50 Jahre sind es noch knapp drei Viertel, die Interesse signalisieren. Und auch die Wirksamkeit betrieblicher Fortbildungen schätzen die meisten von ihnen positiv ein: Bei ihrer letzten Weiterbildungsmaßnahme hätten sie Fähigkeiten erworben, die ihnen im Berufsleben weiterhelfen, sagen drei Viertel der 1.064 deutschen Angestellten, die das Jobportal Indeed für seine Studie befragt hat.

„Weiterbildung ist Bringschuld des Arbeitgebers“

Bei der Mehrheit der Befragten kümmert sich der Arbeitgeber um entsprechende Weiterbildungen und schlägt passende interne oder externe Schulungen vor. Rund ein Drittel der Arbeitnehmer erhält keine Weiterbildungsangebote von Arbeitgeberseite, bei Arbeitern sind es sogar mehr als die Hälfte. Bei den Arbeitnehmern, die keine Weiterbildungsangebote vom Arbeitgeber erhalten, zeigen zwei Drittel auch keine Initiative, kümmern sich also selbst nicht um die eigene Fortentwicklung. „Aus Sicht der Arbeitnehmer ist Weiterbildung also offenbar eine Bringschuld des Arbeitgebers. Denn grundsätzliches Interesse besteht, aber es mangelt an der Eigeninitiative. Dabei müsste jeder Arbeitnehmer selbst am besten wissen, wo er sich verbessern oder weiterentwickeln kann“, sagte Frank Hensgens, Geschäftsführer von Indeed Deutschland.

Das Seminarangebot in der augenoptischen Branche ist vielseitig. So werden verstärkt Ausbildungen zum Spezialisten angeboten. Nach bestandener Prüfung vergibt die jeweilige Einrichtung den Augenoptikern meist ein Zertifikat. Damit kann sich der Augenoptiker von der Konkurrenz abheben und sich gegenüber dem Kunden als Experte ausweisen. Einige Seminaranbieter unterteilen ihre Kurse in Kategorien wie Basis, Aufbau und Spezial. Interessenten haben dadurch die Möglichkeit, die Seminare nach ihrem individuellen Erfahrungsstand auszuwählen. Neben klassischen Fachseminaren bietet die Industrie auch Schulungen von Augenoptiker zu Augenoptiker an. Hier berichten erfolgreiche Augenoptiker über ihre Erfahrungen. Vermehrt werden auch Aktivseminare veranstaltet, die ein abwechslungsreiches Programm von sportlichen Aktivitäten wie Motoradtouren enthalten. Die Veranstaltungsformen sind vielfältig – der interessierte Augenoptiker kann sich zwischen halbtägigen bis hin zu mehrtägigen Schulungsprogrammen entscheiden. Die Veranstalter passen sich ihren Teilnehmern an und bieten häufig auch Abendseminare an.

Webinare werden via Internet abgehalten

Eine besondere Seminarform ist das Webinar. Bei einem Webinar wird eine Präsentation, ein Vortrag, eine Schulung oder ein ähnlicher Inhalt mithilfe von Videotechnik über das Internet übertragen. Einer der größten Vorteile von Webinaren ist, dass die Teilnehmer mit einer einfachen technischen Ausstattung erreichbar sind. Sie benötigen lediglich einen Computer mit einem funktionierenden Internetzugang und häufig auch Lautsprecher. Wollen die Teilnehmer mit den anderen Teilnehmern oder dem Referenten in Kontakt treten, benötigen sie ein Head-Set oder Mikrofon und eventuell eine Webcam für die Videoübertragung. Zudem können die Reisekosten und -zeiten eingespart werden. Auch die Teilnehmeranzahl ist dabei relativ unbegrenzt. Webinare werden beispielsweise auch genutzt, um Themen aufzufrischen oder um klassische Seminare vor- und nachzubereiten. Eine Online-Schulung ist aber nicht für jeden Teilnehmer geeignet. Zeiss erklärt beispielsweise, dass ihre Vor-Ort-Schulung von den Interessenten bevorzugt wird.

Mit Blick auf das Angebot und die Nachfrage stehen bei Seminaren die Themen Refraktion, Bedienung unterschiedlicher Geräte wie Spaltlampe und Kommunikationsschulungen im Trend. Neben fachspezifischen Weiterbildungsmöglichkeiten bietet beispielsweise auch die Handwerkskammer mit mehr als 500 Bildungszentren in Deutschland Kurse und Seminare in den Bereichen Büroorganisation / EDV, Finanzen/ Buchführung, Führung, Kommunikation, Marketing / Vertrieb und Recht an. Einen aktuellen Überblick über das Seminarangebot gibt der „Kleinanzeiger“ jeder DOZ-Ausgabe.