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Erstelldatum:  20.11.2017 11:40
Autor: 
Daniela Zumpf

Anke Preu und Karl Amon
Gewinnerin Anke Preu mit Preisstifter Karl Amon.
© Bernhard Buschle/Hoschschule Aalen

Für ihre Abschlussarbeiten haben die Alumni des berufsbegleitenden Masters "Vision Science and Business (Optometry)", Anke Preu und Marc Fankhauser, den Karl Amon Optometry Award erhalten. Der mit 2.000 Euro dotierte Preis wurde in diesem Jahr zum zehnten Mal vergeben. Beide Abschlussarbeiten beschäftigten sich mit dem fortgeschrittenen Alter und lieferten nach Meinung der Jury "nützliche Forschungsergebnisse für eine älter werdende Gesellschaft". Die Absolventen erhielten die Auszeichnung "für ihre wissenschaftlichen Arbeiten mit hohem praktischem Nutzen für die Branche", begründete die Jury ihre Entscheidung.

Preu analysierte in ihrer Masterarbeit relevante Parameter zur Implantation segmentierter refraktiver multifokaler Intraokularlinsen "Lentis Mplus". In der retrospektiven Studie wurde die Sehschärfe von mehr als 300 Patientenaugen, die zwischen 2014 und 2017 am Grauen Star operiert wurden, vor und nach der Operation untersucht und bewertet. 58 Prozent der Augen wurden mit dem binokularen Modus „mix and match“ versorgt. Dabei wurde ins nicht dominante Auge eine Intraokularlinse mit einem höheren Nahwert als ins dominante Auge implantiert. Das Ergebnis war eine Nahsehschärfe von 60 bis 80 Prozent. So eine Sehschärfte erlaube es, problemlos eine Zeitung zu lesen, hieß es. Mit einer durchschnittlichen Stärke von -0,5 dpt. wurde eine Sehschärfe von circa 70 Prozent erreicht. Die Sehschärfe war laut Studie bei allen Patienten nach der Star-Operation besser als vorher. Die Ergebnisse der Masterthesis verdeutlichten, dass die Versorgung mit multifokalen Intraokularlinsen mittlerweile so erfolgreich ist, dass man ohne Brille auskommen könne, so eine Schlussfolgerung.

Neuro-Training kann Sehqualität verbessern

Der zweite Preisträger Fankhauser untersuchte in seiner Arbeit die Auswirkungen des neurologischen Trainings "RevitalVision" auf die Sehqualität bei Trägern multifokaler Kontaktlinsen. Konkret ging es um die Sehschärfe auf die Ferne und die Nähe, die Kontrastempfindlichkeit sowie die Fähigkeit des Auges, sich vor und nach einem 30-minütigen Computertraining auf die Nähe einzustellen. Zusätzlich füllten die Studienteilnehmer vor und nach dem Training einen Fragebogen zur Veränderung ihrer Sehqualität aus. Bei allen Teilnehmern wurde eine objektive Verbesserung der Sehqualität auf die Ferne und die Nähe sowie eine Verbesserung der Naheinstellfähigkeit erzielt. Die Studie zeige, dass neuronales Training eine positive Wirkung auf die Sehqualität haben kann, hieß es.

Der Karl Amon Optometry Award wurde im Rahmen der Abschlussfeierlichkeiten der Augenoptik- und Optometrie-Absolventen an der Hochschule Aalen vergeben. Am 18. November erhielten dort mehr als 40 Bachelor- und 20 Masterabsolventen ihre Urkunden.