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Aus der aktuellen DOZ:opti: Impuls für die Branche
Produkt-Innovationen treiben den Markt bekanntlich voran. Rund 23.000 Fach besucher gaben sich
die Türgriffe auf der opti in München in die Hand, um sie zu finden. Neben dem Glasbereich, boten der
Geräte- und Maschinen-Sektor einiges an solchen augenoptischen Spezialitäten. Wo dabei eher auf
Marketingeffekte gesetzt wird, um zum Beispiel die Kundenfrequenz im augenoptischen Fachgeschäft
anzukurbeln und welche "Produkt-Revolution" tatsächlich als solche zu bewerten ist, wurde unter den
Fachleuten teilweise heiß diskutiert. Eins ist sicher: Dies war eine Messe der Superlative. Immer wieder
schallte es der Redaktion im Gespräch mit einem Gros der insgesamt 457 Aussteller entgegen: "Die
beste opti, die wir je hatten!" Die gute Stimmung der Anbieter spiegelte das Wohlbefinden und die
Ordertätigkeiten der Besucher. Mehrfach war zu hören: "Wir haben an einem Tag so viel geschrieben,
wie im vergangenen Jahr an allen drei Messetagen." Die Augenoptik bewies sich einmal mehr als vom
sonstigen Wirtschaftgeschehen losgelöster Planet.
Denn die allgemeine wirtschaftliche Situation
sieht alles andere als rosig aus. In
diesem Jahr wird die deutsche Wirtschaft
kleinere Brötchen backen müssen. Vorbei
sind die Zeiten, in denen der Handel
noch von einem Wachstumswunderland
von plus drei Prozent wie im vergangenen
Jahr umgeben war. Die Bundesbank
erwartet beispielsweise nur noch ein
Wachstum von 0,6 Prozent, die Deutsche
Bank spricht von Stagnation.
Das gewerkschaftsnahe
Institut für Makroökonomie
und Konjunktur Forschung stapelt
mit einer Prognose von minus 0,1 Prozent
am niedrigsten, ansonsten stimmen
sich verschiedene Institute für das Bruttoinlandsprodukt
des laufenden Jahres
auf minus 0,5 Prozent ein. Wenn auch
Wirtschaftexperten infolge der Schuldenkrise
für den Euroraum von "hoher Unsicherheit"
und möglicher sinkender Nachfrage
sprechen, so ticken die Uhren bei
manchen augenoptischen Anbietern ganz
anders. Auf die Frage, welcher europäische
Markt bei ihnen denn besonders
gut liefe, nennt Hans-Joachim Ollendorf
(Ollendorf Messysteme, Brunkau) zum
Beispiel Italien, auch Frankreich sei
"stark im Kommen". Von einer Wirtschaftkrise
merken solche Geräte-Spezialisten
nichts.
Wachstumsprognose 2012:
Ein Prozent plus Anlässlich der Pressekonferenz zum Start
der opti '12 waren sich Vorstandsvorsitzender
des Indus trieverbandes Spectaris
(Berlin) Josef May und ZVA-Präsident
Thomas Truckenbrod (Leipzig) einig, was
die Prognose für das laufende Jahr angeht:
Mit plus einem Prozent sehen sie
die Branche im sehr leichten Aufwind –
ungeschönt könnte man von weiterer
Stagnation sprechen, die ja schon seit
Jahren anhält. Zum Thema Stückzahlen
konnte May übrigens noch nichts berichten.
Im vergangenen Jahr hatte er erstmals
für 2009 von einem Rückgang der
Stückzahlen auf 11,0 (Vorjahr 11,2) sprechen
müssen.
May, auch Vorsitzender des Bereichs
Consumer Optics bei Spectaris, räumte
mit Blick zurück auf den Wirtschaftsboom
2011 ein: "Die augenoptische Industrie
findet sich in der Wirtschaftssta -
tistik des vergangenen Jahres nicht wieder."
Nach dem guten Abschneiden im
Vorjahr (plus 5,4 Prozent) gab sie sich mit
minus 1,5 Prozent auf 3,84 Mrd. Euro
"eher enttäuscht". Gerade der Export uaugenoptischer Produkte sei mit minus
2,6 Prozent in die Knie gegangen. Bei
den Zielregionen augenoptischer Güter
aus Deutschland lag nach seinen Angaben
im vergangenen Jahr eindeutig Eu -
ropa mit 75 Prozent vorn.
Augenoptiker: Zufrieden
bis optimistisch Bessere Zahlen als die Industrie legte
ZVA-Präsident Thomas Truckenbrod zur
Pressekonferenz vor: Die Stückzahl der
verkauften Brillenfassungen ist in 2011
laut ZVA-Umfrage zwar um etwa 1,5 Prozent
zurückgegangen, trotzdem ergab
sich bei den Innungsmitgliedern ein leichtes
Umsatzplus von knapp zwei Prozent.
Fassungen: Von Standard
über puristisch bis
ausgefallen Auf der Suche nach Neuigkeiten im Fassungsbereich
stießen die Besucher auf
Klassiker, aber auch schrille Variationen.
Rund hatte sich schon im vergangenen
Jahr als Motto angesagt – erst recht seitdem
Appel-Ikone Steve Jobs das Zeitliche
gesegnet hat. Auch die etwas tieferen
Scheiben gelten mittlerweile als Standard.
Retro bleibt und der Trend zu
großen, außergewöhnlichen Fassungen
zieht an (mehr dazu siehe Seite 22).
Kunststoff-Fassungen gewinnen weiter
an Beliebtheit, trotzdem bleibt das Verhältnis
mit eins zu vier noch eindeutig
Metall-lastig. May: "Stil, Individualität
und Liebe zum Detail prägen die Brillenkultur
2012." Jedenfalls gibt es mittlerweile
so etwas wie eine Brillen-Kultur,
das lässt sich als Erfolg verbuchen: Wer
würde daran noch zweifeln, wenn selbst
die FAZ über ganze Seiten die Brillen -
mode der Politiker diskutiert – wenn auch
mit einem Augenzwinkern. Klar scheint:
Nicht nur Kleider machen Leute – auch
Brillen.
Marketinggruppen vor Ort Nicht nur Fassungen, Brillengläser, Ge -
räte, Ladenbau, EDV und Handelsware
warteten auf die Besucher der opti, auch
Marketinggruppen berichteten von ihren
zurückliegenden Erfolgen und Plänen für
die Zukunft. Wenn man von einer der
Kongregationen hörte, dass ihre Mitglieder
im Durchschnitt mit vier bis zum
zweistelligen Prozent-Bereich plus im
Vorjahr abgeschnitten haben, gilt es noch
weitere "Trüffel" zu finden …
Laut Umfrage der Messe blicken die
Fachbesucher optimistisch in die Zukunft.
Wie bereits im Vorjahr bewertete
mehr als die Hälfte der von den Veranstaltern
Befragten die Situation der Branche
als "gut bis ausgezeichnet". Die
nächste opti lädt vom 25. bis 27. Januar
2013 zum erneuten Stöbern ein. |
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