DIENSTAG 07.02.2012
AUS DER AKTUELLEN DOZ:
opti: Impuls für die Branche >> Auf dem richtigen Weg >>
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bild Aus der aktuellen DOZ:opti: Impuls für die Branche
Produkt-Innovationen treiben den Markt bekanntlich voran. Rund 23.000 Fach besucher gaben sich die Türgriffe auf der opti in München in die Hand, um sie zu finden. Neben dem Glasbereich, boten der Geräte- und Maschinen-Sektor einiges an solchen augenoptischen Spezialitäten. Wo dabei eher auf Marketingeffekte gesetzt wird, um zum Beispiel die Kundenfrequenz im augenoptischen Fachgeschäft anzukurbeln und welche "Produkt-Revolution" tatsächlich als solche zu bewerten ist, wurde unter den Fachleuten teilweise heiß diskutiert. Eins ist sicher: Dies war eine Messe der Superlative. Immer wieder schallte es der Redaktion im Gespräch mit einem Gros der insgesamt 457 Aussteller entgegen: "Die beste opti, die wir je hatten!" Die gute Stimmung der Anbieter spiegelte das Wohlbefinden und die Ordertätigkeiten der Besucher. Mehrfach war zu hören: "Wir haben an einem Tag so viel geschrieben, wie im vergangenen Jahr an allen drei Messetagen." Die Augenoptik bewies sich einmal mehr als vom sonstigen Wirtschaftgeschehen losgelöster Planet.

bild von besucherstrom auf der optiDenn die allgemeine wirtschaftliche Situation sieht alles andere als rosig aus. In diesem Jahr wird die deutsche Wirtschaft kleinere Brötchen backen müssen. Vorbei sind die Zeiten, in denen der Handel noch von einem Wachstumswunderland von plus drei Prozent wie im vergangenen Jahr umgeben war. Die Bundesbank erwartet beispielsweise nur noch ein Wachstum von 0,6 Prozent, die Deutsche Bank spricht von Stagnation.

Das gewerkschaftsnahe Institut für Makroökonomie und Konjunktur Forschung stapelt mit einer Prognose von minus 0,1 Prozent am niedrigsten, ansonsten stimmen sich verschiedene Institute für das Bruttoinlandsprodukt des laufenden Jahres auf minus 0,5 Prozent ein. Wenn auch Wirtschaftexperten infolge der Schuldenkrise für den Euroraum von "hoher Unsicherheit" und möglicher sinkender Nachfrage sprechen, so ticken die Uhren bei manchen augenoptischen Anbietern ganz anders. Auf die Frage, welcher europäische Markt bei ihnen denn besonders gut liefe, nennt Hans-Joachim Ollendorf (Ollendorf Messysteme, Brunkau) zum Beispiel Italien, auch Frankreich sei "stark im Kommen". Von einer Wirtschaftkrise merken solche Geräte-Spezialisten nichts.

Wachstumsprognose 2012: Ein Prozent plus Anlässlich der Pressekonferenz zum Start der opti '12 waren sich Vorstandsvorsitzender des Indus trieverbandes Spectaris (Berlin) Josef May und ZVA-Präsident Thomas Truckenbrod (Leipzig) einig, was die Prognose für das laufende Jahr angeht: Mit plus einem Prozent sehen sie die Branche im sehr leichten Aufwind – ungeschönt könnte man von weiterer Stagnation sprechen, die ja schon seit Jahren anhält. Zum Thema Stückzahlen konnte May übrigens noch nichts berichten. Im vergangenen Jahr hatte er erstmals für 2009 von einem Rückgang der Stückzahlen auf 11,0 (Vorjahr 11,2) sprechen müssen. May, auch Vorsitzender des Bereichs Consumer Optics bei Spectaris, räumte mit Blick zurück auf den Wirtschaftsboom 2011 ein: "Die augenoptische Industrie findet sich in der Wirtschaftssta - tistik des vergangenen Jahres nicht wieder." Nach dem guten Abschneiden im Vorjahr (plus 5,4 Prozent) gab sie sich mit minus 1,5 Prozent auf 3,84 Mrd. Euro "eher enttäuscht". Gerade der Export uaugenoptischer Produkte sei mit minus 2,6 Prozent in die Knie gegangen. Bei den Zielregionen augenoptischer Güter aus Deutschland lag nach seinen Angaben im vergangenen Jahr eindeutig Eu - ropa mit 75 Prozent vorn.

Augenoptiker: Zufrieden bis optimistisch Bessere Zahlen als die Industrie legte ZVA-Präsident Thomas Truckenbrod zur Pressekonferenz vor: Die Stückzahl der verkauften Brillenfassungen ist in 2011 laut ZVA-Umfrage zwar um etwa 1,5 Prozent zurückgegangen, trotzdem ergab sich bei den Innungsmitgliedern ein leichtes Umsatzplus von knapp zwei Prozent.

Fassungen: Von Standard über puristisch bis ausgefallen Auf der Suche nach Neuigkeiten im Fassungsbereich stießen die Besucher auf Klassiker, aber auch schrille Variationen. Rund hatte sich schon im vergangenen Jahr als Motto angesagt – erst recht seitdem Appel-Ikone Steve Jobs das Zeitliche gesegnet hat. Auch die etwas tieferen Scheiben gelten mittlerweile als Standard. Retro bleibt und der Trend zu großen, außergewöhnlichen Fassungen zieht an (mehr dazu siehe Seite 22). Kunststoff-Fassungen gewinnen weiter an Beliebtheit, trotzdem bleibt das Verhältnis mit eins zu vier noch eindeutig Metall-lastig. May: "Stil, Individualität und Liebe zum Detail prägen die Brillenkultur 2012." Jedenfalls gibt es mittlerweile so etwas wie eine Brillen-Kultur, das lässt sich als Erfolg verbuchen: Wer würde daran noch zweifeln, wenn selbst die FAZ über ganze Seiten die Brillen - mode der Politiker diskutiert – wenn auch mit einem Augenzwinkern. Klar scheint: Nicht nur Kleider machen Leute – auch Brillen.

Marketinggruppen vor Ort Nicht nur Fassungen, Brillengläser, Ge - räte, Ladenbau, EDV und Handelsware warteten auf die Besucher der opti, auch Marketinggruppen berichteten von ihren zurückliegenden Erfolgen und Plänen für die Zukunft. Wenn man von einer der Kongregationen hörte, dass ihre Mitglieder im Durchschnitt mit vier bis zum zweistelligen Prozent-Bereich plus im Vorjahr abgeschnitten haben, gilt es noch weitere "Trüffel" zu finden … Laut Umfrage der Messe blicken die Fachbesucher optimistisch in die Zukunft. Wie bereits im Vorjahr bewertete mehr als die Hälfte der von den Veranstaltern Befragten die Situation der Branche als "gut bis ausgezeichnet". Die nächste opti lädt vom 25. bis 27. Januar 2013 zum erneuten Stöbern ein.
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